Gelber Zistrosenwürger

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Gelber Zistrosenwürger

Beitragvon Florfaun » Fr 22. Apr 2016, 22:30

Liebe PflanzenfreundInnen,
ich bin wieder zurück aus dem Land der Korkeichen und habe mich die letzten Wochen fast ausschließlich und mit großer Freude der botanischen Spaziergängerei gewidmet. Da ist natürlich auch das eine oder andere fotografische Pflanzensouvenir für euch dabei. Beginnen möchte ich mit einem Holoparasiten aus der kleinen, nur etwa zehn Arten umfassenden Familie der Cytinaceae. Es handelt sich um den Gelben Zistrosenwürger (Cytinus hypocistis L.), der wie schon der Name vermuten läßt, an verschiedenen Zistrosenarten parasitiert. Der unterirdische Teil der Pflanze kann einige Meter lang werden und überzieht wie ein Pilzmyzel die Wurzeln der Wirtspflanze. Die Pflanzen sind einhäusig getrenntgeschlechtlich, wie auf den Bildern gut zu erkennen ist. Es handelt sich um eine Art die im Mittelmeerraum und den Kanaren verbreitet ist.
Ich hoffe die Bilder gefallen und verbleibe mit blumigen Grüßen
Florfaun

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Re: Gelber Zistrosenwürger

Beitragvon fanksen » Mi 27. Apr 2016, 11:17

Lieber Florfaun !
Ich musste vorerst einmal Nachsuche betreiben, um den von dir so schön dokumentierten Schmarotzer überhaupt einordnen zu können. Ähnlich ist es mir ergangen, als ich vor Jahren bei uns überraschend eine Nessel-Seide (Cuscuta europaea) angetroffen habe. In beiden Fällen kann man nur staunen, welche verschiedenartigen Möglichkeiten von Überlebensstrategien die Natur hervorgebracht hat.
Die außergewöhnliche Artenvielfalt im Mittelmeerraum möge uns hoffentlich, trotz Zeiten globaler Veränderungen, noch lange erhalten bleiben.
Grüße fanksen
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Re: Gelber Zistrosenwürger

Beitragvon Florfaun » Di 24. Mai 2016, 11:18

Lieber Fanksen,
danke für deine Anmerkungen, auch mir ergeht es ähnlich, immer wieder entdecke ich mir unbekannte Pflanzen und das ist ja das Spannende und macht jeden botanischen Spaziergang zu einem Erlebnis. Leider ist die Vielfalt heute in äußersten Maße bedroht. Ein kleines Beispiel dafür habe ich aus Portugal mitgebracht und da es so gut zu deinem Beitrag passt, werde ich es hier einstellen. Es sind zwei Fotos die exakt vom gleichen Standort aufgenommen wurden. Rechts des Weges befand sich ein artenreicher, intakter Korkeichenmischwald mit reichlich Unterwuchs, links eine noch junge Eucalyptusplantage. Eucalyptus wird in Portugal großflächig angebaut. Durch das schnelle Wachstum werden die Böden ausgelaugt. Die sich ständig abschälende Rinde, die zu Boden fällt gibt Stoffe ab, die den Unterwuchs hemmen. Eine starke Abnahme des Artenspektrums ist die Folge.

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Vor einer Woche bin ich mit dem Fahrrad entlang des Euroveloradweges Nr. 9 von Neusiedl an der Zaya durchs Weinviertel nach Wien gefahren, kurze Zusammenfassung - in unserer Kultursteppe sieht es mit dem Artenreichtum leider auch nicht besser aus. Gerade deswegen ist der Schutz noch einigermaßen intakter Standorte so wichtig, sonst schaut es in Zukunft so traurig aus wie in einer Eucalyptusplantage, einer Fichtenmonokultur,....die Liste kann jede/r beliebig fortsetzen.
Liebe Grüße
Florfaun
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